Im Bad ist Sturzgefahr besonders hoch

Sturzunfälle im Wohnumfeld vermeiden

Bonn, 06.09.2018 Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, in einem unachtsamen Moment hinzufallen. Die meisten dieser Unfälle passieren zu Hause auf der Treppe, im Bad oder beim nächtlichen Gang auf die Toilette – mit zum Teil erheblichen körperlichen und seelischen Folgen. Dabei reichen oft schon kleine Veränderungen, um das Sturzrisiko in der Wohnung zu reduzieren, wie eine neue Broschüre der Deutschen Seniorenliga aufzeigt.

„Bei Stürzen im Badezimmer und WC sind Senioren besonders gefährdet", sagt Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Seniorenliga: „Dort lauern Gefahren, die den Bewohnern meist gar nicht bewusst sind. Ausrutschen auf nassen Fliesen, Stolpern über rutschende Badezimmerteppiche oder ein Gleichgewichtsverlust beim Heraussteigen aus Badewanne oder Dusche. Dies sind Sturzursachen, die häufig zu schweren Verletzungen führen“, warnt Hackler.

Schon mit einfachen Mitteln lässt sich das Sturzrisiko deutlich mindern. Rutschfeste Matten mit Saugnäpfen in der Badewanne sind schnell in die Wanne gelegt und bieten festen Halt. Es gibt aber auch selbstklebende Antirutsch-Pads, die mit wenig Aufwand in oder vor der Dusche oder Badewanne auf den Boden geklebt werden. Diese sind fast unsichtbar und durch leichte Reinigung besonders hygienisch. Beim Nachlassen von Beweglichkeit und Körperkraft können Haltegriffe in der Dusche, bei der Wanne und im WC eine „wahre Stütze“ sein. „Haltegriffe in Bad und WC oder auch ein platzsparender Klappsitz an der Wand der Dusche sind einfache und kostengünstige Hilfsmittel, um Stürze zu verhindern“, so Hackler. Die Griffe und Sitze sollten stabil und fachmännisch montiert sein, schließlich müssen sie (im Notfall) einen Menschen halten können. Wer Sorge hat, beim Bohren Kacheln oder Wasserrohre zu beschädigen, kann vom Fachmann zuverlässige Systeme zum Kleben anbringen lassen. Bei diesen Produkten muss auf geprüfte Qualität mit CE-Zeichen geachtet werden. Die Montage ist einfach und macht weder Schmutz noch Schäden an Wand, Kacheln und nicht sichtbaren Leitungen. Weiterer Vorteil: Alle Produkte lassen sich schnell und rückstandsfrei wieder entfernen und auf Wunsch an anderer Stelle erneut anbringen.

Die Broschüre „Sturzunfälle im Wohnumfeld vermeiden“ kann kostenlos bestellt werden bei der Deutschen Seniorenliga, Heilsbachstr. 32 in 53123 Bonn. Der Ratgeber beschreibt umfassend, wie man sein Wohnumfeld sicherer machen kann – mit der Beseitigung von Hindernissen über die Anschaffung von Mobilitätshilfen bis zum barrierefreien Umbau. Ein kompletter Check ist bei einem interaktiven Rundgang durchs Haus auf www.sturzunfaelle-vermeiden.de möglich.

Hintergrund

Tipps – Wie man Stürzen im Alter vorbeugen kann

  • Beseitigen Sie Stolperfallen in Ihrer Wohnung: Vermeiden Sie schlecht verlegte Kabel. Rutschende Teppiche können durch Anti-Rutsch-Matten sicherer gemacht werden.
  • Bei Stufen, Treppen und Hauseingängen sorgen Handläufe auf beiden Seiten für Halt und Sicherheit.
  • Badewannen und Duschen können mit Haltegriffen, Sitzen und rutschfesten Matten oder fast unsichtbaren, selbstklebenden Antirutsch-Pads ausgestattet werden.
  • Sorgen Sie für Licht: Von jeder Tür erreichbare Lichtschalter und Nachttischlampen mit Bewegungsmelder verhindern, dass Sie sich nachts im Dunkeln vortasten müssen.
  • Bei Gangunsicherheit oder bei körperlichen Einschränkungen ist die sicherste Methode zur Vorbeugung eines Sturzes die Nutzung eines stabilen Wohnraum-Rollators.
  • Gehen Sie jährlich zum Augenarzt und lassen Sie Ihre Brillenwerte überprüfen.
  • Verzichten Sie möglichst auf die Benutzung von Hockern und Leitern (zum Aufsteigen).
  • Beginnen Sie mit Übungen, um Ihre Beinmuskulatur und Ihr Gleichgewichtsgefühl zu verbessern. Fragen Sie Ihre Krankenkasse nach entsprechenden Kursen.
  • Achten Sie auf Ihre Ernährung, die Sie ausreichend mit Vitamin D und Kalzium versorgen sollte. Vitamin D unterstützt den Knochenaufbau und das Muskelgewebe.