Überaktive Blase oder Blasenentzündung?

Ähnliche Symptome, anders behandeln

Bonn, 05.06.18 Wenn die Blase ständig schmerzt und drückt, auf der Toilette aber nur ein paar Tropfen kommen, denken viele zunächst an eine Blasenentzündung. Es kann aber auch eine Überaktivität der Blase dahinterstecken. Die Erkrankungen ähneln sich in ihren Symptomen, haben aber verschiedene Ursachen und müssen unterschiedlich behandelt werden. Betroffene sollten daher unbedingt den Arzt aufsuchen.

Die überaktive Blase ist häufig: Etwa jeder sechste Erwachsene leidet daran. Zwei von drei Betroffenen können die Blase kontrolliert leeren, sind also nicht inkontinent. Dennoch ist der Leidensdruck auch bei dieser so genannten trockenen überaktiven Blase hoch, denn der Harndrang ist ein beinahe ständiger Begleiter und kann massiv verunsichern. Oftmals treten zusätzlich krampfartige Schmerzen im Unterleib auf. Im Gegensatz zur Blasenentzündung, die immer auf einer bakteriellen Infektion beruht und zum Beispiel mit Antibiotika behandelt werden kann, sind die möglichen Ursachen der überaktiven Blase sehr verschieden. In vielen Fällen lässt sich nur mutmaßen, was zu dem häufigen anfallsartigen Harndrang führt.

Selten etwas Ernstes, aber immer eine Behandlung wert

Bei der überaktiven Blase ist die Regulation der Blasenentleerung gestört. Der Blasenmuskel zieht sich plötzlich zusammen, auch wenn die Blase nur wenig gefüllt ist. Bei Frauen spielen vermutlich körperliche Veränderungen in den Wechseljahren eine Rolle, etwa im Hormonhaushalt oder in der Struktur der Blasenmuskulatur, des Bindegewebes sowie der Schleimhäute. Bei Männern kann eine gutartige Prostatavergrößerung für die Überaktivität der Blase verantwortlich sein. Sehr selten ist eine ernste Erkrankung wie zum Beispiel ein Blasentumor der Grund für die Beschwerden. In diesem Fall muss zunächst ursächlich behandelt werden.

Bei der Behandlung der überaktiven Blase steht die Entspannung des verkrampften Blasenmuskels im Vordergrund. Ziel ist es außerdem, das Füllvolumen der Blase zu erhöhen. Zumeist werden verschiedene Behandlungsformen kombiniert. Medikamente zur Lockerung der Blasenmuskulatur, Entspannungstechniken und ein Blasentraining führen sehr häufig zum Erfolg.

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