Demografischer Wandel erfordert neue Konzepte in der Verkehrsführung

Bedürfnisse älterer Verkehrsteilnehmer beachten

Bonn, 30.01.2018 Schon heute beträgt der Anteil der über 65-Jährigen an der Bevölkerung in Deutschland über 20 Prozent. In 20 Jahren wird schon ein Viertel der Bevölkerung 65 Jahre oder älter sein, 2060 voraussichtlich sogar ein Drittel. Ob als Fußgänger, Rad- und Autofahrer oder als Nutzer Öffentlicher Verkehrsmittel: Die Zahl älterer Verkehrsteilnehmer wird signifikant zunehmen. Diese Entwicklungen lassen eine Veränderung der Struktur der Verkehrsführung erwarten.

Aber werden die Bedürfnisse älterer Menschen auch adäquat bei der Verkehrsplanung berücksichtigt? Werden ältere Menschen oder deren Vertreter gefragt? Die Ergebnisse einer Experten-Umfrage zu diesem Thema sind eher ernüchternd. Befragt wurden Vertreterinnen und Vertreter von Seniorenbüros bundesweit; 180 nahmen an der Umfrage teil.

Eine deutliche Mehrheit der Befragten - über 80 Prozent - gab an, dass bei der Verkehrsplanung die Bedürfnisse älterer Autofahrer, z. B. bei der Verkehrsführung, nicht ausreichend berücksichtigt würden. Dies steht im krassen Gegensatz zu der Auskunft, dass Informationsveranstaltungen, die beispielsweise zum Thema altersspezifische Stärken und Schwächen sensibilisieren, deutlich zunehmen. Diese widersprüchliche Wahrnehmung zeigt laut Erhard Hackler, dem geschäftsführenden Vorstand der Deutschen Seniorenliga, dass einerseits ein sichtbares Engagement von Seniorenbüros und anderen Initiativen im Sinne der Einbeziehung älterer Menschen stattfindet. Andererseits werden ältere Menschen und deren Vertreter bei den Verkehrsplanungen schlichtweg zu wenig oder gar nicht gehört, obwohl deren Erfahrung und Sachverstand überaus wertvoll sind. Hackler fordert deshalb auch bei diesem Thema, MIT und nicht ÜBER Senioren zu reden!